Eine Variante von Civilization
für Spielkonsolen? Für jeden eingeschworenen Fan der Erfolgsserie
von Sid Meier ein unvorstellbarer Gedanke. Wie ist die Umsetzung
also gelungen?
Es funktioniert. Fast alle Aspekte von Civilization auf der
Spielkonsole funktionieren.
Alles von der Spielbedienung per Controller, über den
Forschungsbaum bis hin zur Ausbildung der Einheiten und dem
Errichten von Gebäuden ist radikal umgekrempelt worden. Ganz tief
drinnen aber fühlt es sich immer noch an wie Civilization.
Der Charme, seine Gegner zu treffen oder Meldungen seiner Berater
zu erhalten ist überwältigend. All diese Animationen sind im Stil
von Comics gehalten. Wenn etwa ein Berater seine Meinung kundtut,
hört man ähnlich wie bei Sims ein Geplapper aus den Boxen und kann
dessen Bedeutung in der Sprechblase nachlesen. Dadurch entfällt
viel Geklicke durch Menüs und oft mühsame Suche auf der Weltkarte.
Viele Aspekte des Spiels sind stark vereinfacht worden. Viele
Konsolenspieler haben ein anderes Herangehen als Spieler am PC, es
geht ihnen in der Regel mehr um Unterhaltung als um eine ernste
Herausforderung. Der Forschungsbaum zum Beispiel ist deutlich
kleiner und einige Forschungen erhält der Spieler quasi
automatisch, etwa wenn er eine bestimmte Menge Gold angesammelt
hat. Auch die Weltkarte hat eine feste Größe und ist sehr
überschaubar.
Zum Glück hat der Hersteller nicht versucht, alle Funktionen des
PC-Spiels auf die Controller abzubilden. Statt dessen sind alle
Menüs und Kommandos vollständig überarbeitet und passen wunderbar
zum vereinfachten Spielgeschehen.
Trotz einiger "Patzer" - durch die Vereinfachung im Forschungsbaum
kann zum Beispiel die Moderne ohne Erforschung der Druckerpresse
erreicht werden - ist das "Spielgefühl Civilization" noch
vorhanden: Entdecken, Forschen, Erobern, Verhandeln. "Nur noch ein
letzter Zug!" ist also auch auf einer Spielkonsole möglich.
Anne, 31