Viel eher, als die meisten Fans auch
nur zu hoffen wagten, erschien der zweite Teil der Phoenix
Wright-Reihe für den Nintendo DS: bereits ab 16. März war „Ace
Attorney – Justice for all“ in den Läden zu haben. Für begeisterte
Kriminalisten, denen die schrägen und überzeichneten Kriminalfälle
aus dem ersten Teil gefielen, ist die Fortsetzung natürlich genau
das Richtige – zumal sich am Spielprinzip nichts geändert hat.
Wieder schlüpft der Spieler in die Rolle des jungen engagierten
Anwalts Phoenix Wright und wieder hat er es mit kniffligen Fällen
zu tun, die aber liebevoll komplett neu entworfen wurden und somit
ein absolutes Spielspaß-Revival garantieren.
Die Geschichte beginnt in etwa dort, wo
der Vorgänger aufhörte. Man befindet sich in einem Gerichtssaal,
Phoenix sitzt einer verzweifelten Mandantin gegenüber. Es scheint
ein weiterer aussichtsloser Fall zu sein, von denen Phoenix trotz
allem im ersten Teil jede Menge zu lösen vermochte. Zusätzlich
knifflig wird die Story jetzt nur, weil Phoenix wenige Minuten vor
dem Gespräch mit der Mandantin brutal niedergeschlagen wurde und
nun an akutem Gedächtnisschwund leidet. Dem Spieler kommt dieser
Umstand andererseits ein wenig entgegen, denn der erste der vier
Fälle hat teilweise den Charakter eines Tutorials, was es den Fans
erheblich erleichtern wird, erneut in die Welt der Gerichtssäle
hineinzufinden.
Die nächsten Fälle präsentieren sich
dann aber gewohnt verzwickt und mysteriös. Es gilt jeweils, bis zu
drei Ermittlungstage und drei Verhandlungstage pro Fall
durchzustehen und so ergibt sich eine ausgesprochen lange
Spielzeit von etwa 20 Stunden – kaum ein anderes Adventure kann da
mithalten. Die Suche nach Beweisstücken ist dabei zum Teil recht
anspruchsvoll, der lineare Handlungsverlauf garantiert aber, dass
man am Ende stets eine echte Chance hat, den Fall zu gewinnen.
Verhandlungsgeschick vor dem Gerichtshof ist aber dennoch gefragt,
denn man hat es erneut mit gewieften Strafverteidigern,
verschiedenen Falschaussagen und listigen Zeugen zu tun. Hier ist
es von entscheidender Wichtigkeit, an der richtigen Stelle
Einspruch einzulegen und das klärende Beweisstück für diesen
Moment aufzuheben. Denn im zweiten Teil der Phoenix Wright-Reihe
gibt es das neue Feature der Lebensenergie, die ganz schnell
sinken kann, wenn man sich mit den Beweisstücken vertut. Im
Zweifelsfall hilft dann nur häufiges Speichern und viele neue
Anläufe.
Wie auch der Vorgänger präsentiert sich
das Spiel ansonsten mit einer soliden Grafik, die sich an Mangas
orientiert, ohne die Personen besonders stark zu überzeichnen.
Charismatische Bösewichte sind somit tatsächlich recht
eindrucksvoll und wirken so gut wie nie kitschig überspitzt.
Wundervolle Animationen runden die Sache ab, lediglich die
Spielmusik ist ein wenig eintönig. Entschädigt wird man dafür
durch die vielen interessanten Wendungen in der Geschichte und so
ist Ace Attorney genau das Richtige für Krimifans und regnerische
Tage zuhause.
Jonas, 25