Zwischenzeitlich sah es so aus, als
wäre das einst so klassische Genre der Point 'n' Click-Adventures
vollständig ausgestorben, nachdem immer trickreichere
3D-Action-Spiele den Markt überfluteten und das eigentlich
bewährte Konzept von Klassikern wie "Monkey Island", "Indiana
Jones" oder "Day of Tentacle" altbacken aussehen ließen. Gott sei
Dank haben sich einige Spielemacher aber besonnen und nun eine
Brücke geschlagen, die die Vorteile der fantastischen
3D-Animationen, die mit moderner Technik realisierbar sind, mit
denen seit Jahrzehnten bekannter Spielkonzepte kombiniert. Ein
Beispiel für ein wirklich gelungenes 3D-Adventure ist der zweite
Teil der Runaway-Reihe, der unter dem Titel "Runaway: The Dream of
the Turtle" auf den Nintendo DS portiert wurde.
Inhaltlich baut der zweite Teil auf dem
ersten auf, was sich aber vor allem in netten Anspielungen
niederschlägt, sodass man sich auch dann vollständig
zurechtfindet, wenn man direkt beim zweiten Teil der Reihe
einsteigt. Die Geschichte dreht sich um das abenteuerlustige Paar
Gina und Brian, das schon aus dem ersten Teil bekannt ist. Die
beiden begeben sich auf eine Flugreise zu einer Expedition,
erreichen diese jedoch nie. Der Pilot ihrer Maschine stirbt
nämlich in der Luft an einem Herzschlag, sodass den beiden nichts
anderes übrig bleibt, als mit den Fallschirmen abzuspringen -
fataler Weise gibt es aber nur einen Fallschirm, den Brian
natürlich Gina überlässt. Gina ist daraufhin verschollen,
wohingegen Brian die Maschine zur Notlandung bringen kann, die er
überlebt. Allerdings befindet er sich allein auf einer einsamen
Insel, die er im Folgenden durchforstet, um seine Geliebte wieder
zu finden.
Brian wird aber in ein spannedes
Abenteuer verwickelt, bei dem auch eine mysteriöse dunkle
Organisation eine Rolle spielt, die auf der Suche nach
geheimnisvollen Artefakten ist. Im Laufe der sechs Kapitel von "Runaway:
The Dream of the Turtle" reist Brian auf den Spuren dieser
Organisation um die halbe Welt und muss dabei jede Menge
verzwickte Rätsel lösen, um dem Geheimnis der Artefakte und dem
Verschwinden seiner Freundin auf die Schliche zu kommen. Einige
der Rätsel gestalten sich dabei besonders für Genre-Neueinsteiger
ziemlich knifflig, wohingegen gewiefte Spieler gerade daran ihren
Spaß haben dürften.
Überzeugend sind auf jeden Fall die
fantastische Steuerung und die geniale Grafik. An einige Stellen
ärgert man sich ein wenig, dass das PC-Spiel fast 1 zu 1 umgesetzt
wurde, was sich beispielsweise in zu kleinen
Bildschirmausschnitten äußert. Außerdem stören einige schlimme
Übersetzungs- und Rechtschreibfehler. Insgesamt macht das Spiel
aber viel Spaß und entführt in eine komplexe Welt, in der
spannende Knobeleien wichtiger sind als blanke Action.