Nach den
unzähligen Ablegern und Sequels von Final Fantasy und Dragon Quest
haben langsam aber sicher sogar eingefleischte Rollenspielfans
langsam genug vom immer gleichen Schema, den immer gleichen Storys
und dem immer gleichen Gameplay. Zeit also, dass ein richtiger
Kracher auf den Markt kommt, eine absolute Neuheit im Segment der
Rollenspiele, die nicht nur Rollenspiel-Neueinsteiger zu
begeistern vermag, sondern gerade und vor Allem „Profis“, die die
Entwicklung dieses Genres seit vielen Jahren verfolgen. Eine
solche bahnbrechende Neuerung stellt ohne Frage „The World Ends
With You“ dar, das seit April 2008 von Square Enix herausgegeben
wird und für den Nintendo DS erhältlich ist. Wer Spaß daran hat,
nach Schema F gegen eine Reihe von zunehmend härter werdenden
Gegnern Kämpfen zu müssen, um der konstruierten Story des Games zu
folgen, der ist mit „The World Ends With You“ schlecht beraten.
Wer sich aber von einer fantastischen Geschichte und vielen neuen
Details begeistern lässt, die das übliche Schema durchbrechen, der
sollte nicht zögern und zuschlagen.
Die Geschichte des Spiels dreht sich um den stylischen Neku, der
eines Tages ohne jede Erinnerung im Szenenviertel Shibuya in Tokio
aufwacht. Sein Handy klingelt und eine Stimme sagt ihm, dass er
Teil eines Spiels ist, bei dem er innerhalb einer Woche
verschiedene Aufgaben erfüllen muss, da er sonst ausgelöscht wird.
Gott sei Dank findet er in der aufgeweckten Shiki eine
intelligente Partnerin, die in brenzligen Situationen oft
weiterhilft. Im Laufe der Woche muss man verschiedene
Denksportaufgaben bewältigen, Rockbands dabei helfen, ein Konzert
zu spielen und viele andere Hindernisse überwinden. Außerdem muss
man sich mit den brutalen Reapers herumschlagen, die Neku und
Shiki am liebsten sofort erledigen würden. Hin und wieder muss man
auch gegen Monster antreten, aber auch gezielte Klamotten-Einkäufe
und andere knifflige Dinge stehen auf dem Programm.
Da „The World Ends With You“ ausgesprochen komplexe Aktionen der
Hauptakteure zulässt, muss man sich an die Steuerung erst gewöhnen
und sollte einige Zeit einplanen, bis man eingespielt ist. Wenn
man Touchsreen und Steuerkreuz aber erst kombiniert im Griff hat,
eröffnen sich völlig neue Dimensionen des Gameplays.
Grafisch ist das Spiel ebenfalls erfrischend anders, auch wenn die
animierten Szenen nicht jedermanns Geschmack sein dürften. Alles
läuft aber erstaunlich flüssig und man merkt die Liebe zum Detail,
die die Entwickler aufgebracht haben. Gleiches gilt für den
umfangreichen Soundtrack.
So bleibt zu hoffen, dass das Spiel nicht zu ungewöhnlich ist und
sich trotz der vielen Neuerungen bei Publikum durchsetzen kann.
Gerade auf dem DS haben es neue Konzepte bisweilen schwer, doch im
Fall von „The World Ends With You“ wäre eine negative
Publikumsresonanz völlig ungerechtfertigt.