Nicht nur die Filmwelt bringt hin und
wieder Charaktere mit einmaligen und zum Teil kuriosen
Eigenschaften hervor, die trotz ihrer kauzigen Art stets eine
gewaltige Fangemeinde ihr Eigen nennen können. Figuren wie etwa
die des berühmten "Jar Jar Binks" aus "Star Wars - Episode I"
finden sich auch in der Videospielwelt wieder und dies zumeist mit
demselben Effekt auf ihre Beliebtheit. vielleicht bestes Beispiel
hierfür ist der lustig-nervige Voll-Freak Tingle, der sich mit
vielen schrägen Gastauftritten einen Namen machen konnte. Seit
Herbst 2007 tritt er aber auch als alleiniger Held eines eigenen
Games auf, das für den Nintendo DS entwickelt wurde: "Freshly-Picked
- Tingle's Rosy Rupeeland".
Das klassische Rollenspiel beginnt mit
einem heruntergekommenen 35-jährigen, der nach einigen Querelen
ins Rubinland gelangt. Ab hier schlüpft der Spieler in die Rolle
von Tingle und macht sich auf die Suche nach immer mehr und mehr
Rubinen, um schließlich den Rubinturm in seiner ganzen Pracht
errichten zu können. Die Suche selbst ist natürlich in ein
umfangreiches Adventure eingebettet, dass sich zwar hier und da an
die Zelda-Reihe anlehnt, aber doch ganz eigenständige Elemente
bietet. Vor allem im Bereich der Kämpfe sind die Unterschiede sehr
deutlich, da Freshly Picked fast ausschließlich auf die
Adventure-Elemente setzt und das Kämpfen fast völlig außen vor
lässt.
Durch die Spielwelt selbst bewegt man
sich meist in einer 2D-Vogelperspektive, die in eine halbschräge
Perspektive wechselt, sobald Tingle die Hauptstadt betritt. Hier
findet man viele kuriose Charaktere, die den besonderen Reiz des
Spiels ausmachen. Mit viel Liebe zum Detail wurden ganz
individuelle Interaktionspartner geschaffen, mit denen man sich im
Laufe des Spiels auseinandersetzen muss.
Eine Besonderheit, die viel zum
Spielspaß beiträgt, ist hierbei der Umstand, dass Tingle komplett
ohne Lebensenergie auskommt. Vielmehr bezahlt er sowohl Einkäufe,
als auch Verletzungen im Kampf mit Rubinen. Und auch Dialoge mit
anderen Spielwelt-Bewohnern sind meist nicht kostenlos, da im Rosy
Rupeeland einfach jeder hinter Rubinen her ist. Und so muss man
als Spieler stets den richtigen Mittelweg finden, um genügend
Ruine für den Turm zu bewahren, aber gleichzeitig an anderer
Stelle Rubine gezielt einzusetzen, um Fortschritte zu machen. Um
überhaupt an Rubine zu gelangen, muss man die riesige Spielwelt
durchstreifen und verschiedene Aufgaben erfüllen und Gegner
besiegen, wofür man jeweils einen bestimmten Rubinbetrag erhält.
Insgesamt kann „Freshly Picked –
Tingle’s Rosy Rupeeland“ als sehr gelungen bezeichnet werden, auch
wenn die skurrilen Handlungsstränge und die vielen schrägen
Figuren nicht jedermanns Geschmack sein dürften. Die 2D-Grafik
überzeugt auf jeden Fall auf ganzer Linie, da sie mit jeder Menge
Liebe zum Detail äußerst ansehnlich gestaltet wurde und sich so
angenehm vom „Pseudo-3D“ einiger anderer Produktionen abhebt. Und
auch der Soundtrack des Games überzeugt, was bei vielen anderen
Spielen auf dem DS leider nicht der Fall ist.